Eisen – das lebenswichtige Spurenelement

Als Spurenelement ist Eisen an vielen Prozessen im menschlichen Körper beteiligt. Unter anderem ist es mitverantwortlich für die Speicherung von Sauerstoff in der Muskulatur und trägt als Bestandteil des roten Blutfarbstoffes (Hämoglobin) zum Sauerstofftransport bei. Von Bedeutung ist das Spurenelement auch für die Funktionsfähigkeit von verschiedenen Enzymen und Stoffwechselprozessen. In der Regel nimmt der Mensch Eisen über die Nahrung auf. Ungefähr 20 Prozent der Bevölkerung leidet an Eisenmangel, dieser Mangel macht krank. Wobei Frauen aufgrund des Blutverlustes während der Menstruation mehr betroffen sind als Männer.

Warum ist Eisen für den Organismus so wichtig?

Eisen ist das Spurenelement, welches im menschlichen Körper am häufigsten vorkommt. Dabei spielt es vor allem als Baustein von Hämoglobin eine große Rolle und ist Bestandteil des Muskeleiweißes Myoglobin sowie mehrerer Enzyme und Proteine. Wesentliche Speicherorte sind die Leber, die Milz und das Knochenmark.

Das lebenswichtige Spurenelement ist für den Sauerstofftransport im Blut unabdingbar. Entsprechend wirkt sich zu wenig Eisen im Körper auf die Konzentration aus, macht müde und schwächt. Daher ist eine ausreichende Eisenzufuhr durch eisenhaltige Lebensmittel wichtig.

Die Aufnahme des Spurenelementes erfolgt überwiegend im Zwölffingerdarm sowie im Dünndarm. Ist das Eisen aufgenommen, wird es in der Darmwand gespeichert oder an den Blutkreislauf abgegeben.

Mediziner und Laboranten unterscheiden zwischen Serumeiweiß (Transferrin) und Speichereiweiß (Ferritin). Transferrin ist verantwortlich für den Transport des Eisens bis ins Gewebe, wo es als Ferritin gespeichert wird. Um den Eisenhaushalt eines Patienten beurteilen zu können, muss die Konzentration beider Eisenstoffe bekannt sein.

Welche Eisenwerte liegen im Normalbereich?

Durch ein Blutbild, welches etwa der Hausarzt anordnet, lässt sich der Eisenwert im Blut feststellen. Welche Werte dabei als normal gelten, ist zum Teil abhängig vom Geschlecht.

Die Referenzwerte für Ferritin liegen für Frauen bei 15 bis 150 ng/ml und für Männer bei 30 bis 400 ng/ml. Als Referenzwerte für Transferrin gelten bei Frauen und Männern 200 bis 260 mg/dl. Liegen die Werte darunter, ist dies ein Beleg für einen Eisenmangel.

Was sind die Ursachen für zu niedrige bzw. zu hohe Eisenwerte?

Für über- oder unterdurchschnittlich hohe Eisenwerte sind unterschiedliche Faktoren verantwortlich. Gründe für zu niedrige Eisenwerte sind häufig:

– eine Eisenmangelanämie, zum Beispiel aufgrund einer starken Monatsblutung, einer Störung des Verdauungstraktes, einer Diät oder einer Schwangerschaft

– verschiedene Infektionen

– chronische Entzündungen

– Tumore

Zu einem erhöhten Eisenwert führen oftmals:

– eine Blutarmut

– eine Eisenspeicherkrankheit (Hämochromatose);

– eine überdurchschnittlich hohe Eisenzufuhr

– Blutkrebs

– schwere Leberschäden

Wie viel Eisen benötigt der Mensch täglich?

Die empfohlene tägliche Eisenzufuhr hängt vom Alter und Geschlecht ab. So benötigen Kinder mehr Eisen als Säuglinge, Erwachsene mehr als Jugendliche und Frauen mehr als Männer.

Konkret gelten folgende Eisenwerte pro Tag als Richtlinien:

– Säuglinge bis zu 4 Monaten: 0,5 mg

– Säuglinge zwischen 4 und 12 Monaten: 8 mg

– Kinder zwischen 1 und 7 Jahren: 8 mg

– Kinder zwischen 7 und 10 Jahren: 10 mg

– Jungen zwischen 10 und 19 Jahren: 12 mg

– Mädchen zwischen 10 und 19 Jahren: 15 mg

– Frauen zwischen 20 und 50 Jahren: 15 mg

– Frauen über 50 Jahren: 10 mg

– Männer ab 20 Jahren: 10 mg

Schwangere sollten mehr Eisen zu sich nehmen. Denn ihr Körper muss bis zu 40 Prozent mehr Blut produzieren, um Mutter und Kind gleichzeitig zu versorgen. Empfehlenswert ist die doppelte Menge, also ca. 30 mg Eisen pro Tag.

Wie macht sich Eisenmangel bemerkbar?

Wenn das Gehalt an Speichereisen sinkt, bleibt dies zunächst unbemerkt, da der Körper noch ausreichend rote Blutkörperchen bildet. Erst im zweiten Stadium, wenn die Zellen nicht mehr genügend mit Eisen versorgt werden, kommt es zu ersten Symptomen. Das sind häufig eine blasse, trockene Haut, brüchige Haare bzw. Haarausfall und trockene Lippen mit Rissen im Mundwinkel.

Steigt der Eisenwert nicht weiter an, kommen mehr Symptome hinzu. Typische Anzeichen sind chronische Müdigkeit, Konzentrationsschwäche sowie Schwindelgefühle und Kopfschmerzen. Die physische und psychische Leistungsfähigkeit nimmt allgemein ab.

Was hilft bei Eisenmangel?

Liegt ein Eisenmangel vor, gibt es verschiedene Möglichkeiten diesen auszugleichen.

Der einfachste und natürlichste Weg ist der über die Nahrungsaufnahme. Besonders viel Eisen enthalten tierische Produkte wie Fleisch, Fisch und Wurst. Doch auch pflanzliche Lebensmittel sind gute Eisenquellen, das gilt zum Beispiel für Vollkorngetreide, Haferflocken, Hülsenfrüchte, Spinat, Erbsen, Mangold oder Feldsalat. Allerdings kann der Körper Eisen aus tierischen Nahrungsmitteln leichter aufnehmen als aus pflanzlichen. Daher sind insbesondere Vegetarier und Veganer von Eisenmangel betroffen.

Vor allem bei erheblichem Eisenmangel genügt eine reine Aufnahme über die Nahrung nicht. Daher ist meist eine Eisentherapie notwendig. Hier gibt es zwei Applikationsformen: die orale (über den Mund) und die parenterale (über das Blut). Die orale Verabreichungsform durch Präparate in Kapsel- oder Tablettenform ist für gewöhnlich die erste Wahl. Denn bei dieser Methode ist die Gefahr einer Eisenüberladung recht gering.

Die parenterale Methode kommt dann zum Einsatz, wenn Präparate keine Wirkung erzielt haben oder vom Patienten nicht vertragen wurden. Sie ist immer verschreibungspflichtig und kann nur durch einen Arzt angeordnet werden.